Angedacht

 

 

Voller Atem zum Leben

1. Mose 2,4b-9.15

Wie geht es Ihnen, wenn Sie diese Erzählung von der Erschaffung des Menschen hören? Aus Erde geformt wie beim Kuchenbacken in einem großen Sandkasten. Wir wissen es heute scheinbar besser – die Biologen haben es uns erklärt: Der Mensch hat sich über Jahrtausende hinweg entwickelt, vom Säugetier bis zum Computeringenieur des 21. Jahrhunderts. Doch was die Bibel hier berichtet, ist nicht aus der Luft gegriffen. Fragen wir einen Chemiker, woraus der menschliche Körper besteht: etwas Kochsalz, Eisen, Phosphor, reichlich Kalk, 50 Liter Wasser, dazu noch ein bisschen Stickstoff und Kohlenstoff. Das alles sind Materialien, wie sie auch der Ackerboden enthält. Die Bibel hat recht: Der Mensch, das Lebewesen mit dem am höchsten entwickelten Gehirn, ist aus Erde vom Acker gemacht.

Auf Hebräisch heißt Mensch adám und der Ackerboden adamá. Bei jeder Beerdigung werden wir daran erinnert: „Erde zur Erde, Staub zum Staube.“ Wir Menschen sind vergänglich – nicht ewig, sondern irdisch. Oft wehren wir uns gegen diese Erkenntnis, oft möchten wir unsere irdischen Grenzen nicht wahrhaben. Ja, wir haben Großes erreicht: Menschen überwinden die Erdanziehungskraft und fliegen zum Mond, die Medizin lässt die Lebenserwartung immer weiter ansteigen, die Wissenschaft löst die Rätsel dieser Erde. Doch die Bibel bleibt nüchtern: aus Erde vom Acker gemacht. Wir Menschen sind nicht die Macher, für die wir uns halten. Am Ende bleiben nur Staub und Vergänglichkeit.

Aber der Mensch aus Erde ist mehr als der letzte Dreck. Der Erdklumpen wird lebendig, weil Gott ihm den Atem des Lebens in seine Nase blies. Dieses Leben kommt nicht aus uns selbst. Und auch kein Herzschrittmacher und keine Beatmungsmaschine können uns lebendig machen. Sondern Gott gibt uns Menschen den Atem des Lebens. Wir verdanken ihm unser Dasein. Wo Gottes Lebensatem fehlt, werden wir wieder Erde und Materie.

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