Angedacht

 

Ertragt einander in Liebe

Epheser 4,2

Manchmal gibt es Situationen, da könnte ich mich so richtig aufregen. Über andere Autofahrer zum Beispiel. Der eine fährt mir zu langsam, der andere zu schnell. Warum machen die das? Können die nicht alle so fahren wie ich? Manchmal könnte ich mich auch über die anderen Christen in der Gemeinde aufregen. Manche sind aber auch wirklich sonderbar. Merken die das nicht? Ach, wenn doch einfach alle so wären wie ich. Dann wäre es bestimmt einfacher.

Wenn das jetzt jemand mitbekommt, der mich gut kennt, der wird sich sicher seinen Teil denken. Ob der Märtin wohl weiß, was er da sagt? Der hat doch auch seine Ecken und Kanten. Genau so ist es, und deswegen bin ich froh, dass nicht alle so sind wie ich.

Paulus sagt hier im Brief an die Epheser: „Ertragt einer den andern in Liebe!“ Es ist diese Liebe, die den anderen nicht um seiner Vorzüge willen liebt. Diese Liebe hält auch nicht nur so lange, wie er sich nach meinem eigenen Empfinden richtig verhält. Die Liebe Gottes handelt immer auf Vorschuss hin, gerade auch dann, wenn ich mich eben nicht so hundertprozentig verhalte, und das immer wieder. Und so wird mir der andere zum Ernstfall und zur Bewährungsprobe der Liebe. Der, der mir das Leben schwer macht, der mich ärgert, den ich vielleicht auch als lästig erlebe.

Wo Menschen zusammenleben, da gibt es Reibereien, auch unter Christen. Man sagt dann: „Es menschelt“. Geben wir es doch ruhig zu: Mit uns leben auch solche, die uns in ihrer Art auf die Nerven gehen. Der eine redet zu wenig, der andere zu viel, manche empfinden wir als stur, andere als unfreundlich oder komisch. „Ertragt einer den andern in Liebe!“ Als Jünger Jesu sind wir dazu verpflichtet, weil Jesus uns zuerst geliebt hat und uns immer wieder neu in Liebe begegnen will.

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