Angedacht

 

Unterwegs im Auftrag des Herrn

Apostelgeschichte 20, 1-6

Terroranschläge in Israel und Tumulte auf Deutschlands Straßen. Es macht mir Angst, wenn ich diese Bilder in den Nachrichten sehe. Überwiegend junge Menschen stehen vor Synagogen in NRW und rufen: „Allahu Akbar! Scheiß Jude!“ Die Stimmung ist pogromartig. Ähnlich war es damals wohl in Ephesus. Das hätte beinahe ein furchtbares Ende genommen. Nur ganz knapp sind die Mitarbeiter von Paulus einem Aufstand entgangen. Der Schreck sitzt ihnen noch in den Knochen. Eigentlich wollte Paulus ihnen sofort zu Hilfe eilen, doch er wurde davon abgehalten. Was jetzt? Der Apostel spürt ihre Angst und Verunsicherung. Bevor er sich verabschiedet, nimmt er sich Zeit für seine Mitarbeiter. Er tröstet sie. Die Probleme in Ephesus waren beachtlich. Denn hier zeigte sich eine neue Qualität der Anfeindungen gegen die Christen. Bisher machten vor allem die Juden Ärger. Doch nun brach zum ersten Mal ein Konflikt mit den Heiden aus. Sie gaben den Christen die Schuld daran, dass ihr Geschäft mit dem lokalen Tempelkult einbrach. Beim Geld hörte der Spaß für sie auf. Die ganze Stadt war im Aufruhr. Mit Mühe und Not konnten die Behörden eine Eskalation verhindern.

Ich kann mir vorstellen, dass Paulus eine große Spannung verspürt. Eigentlich müsste er sich jetzt besonders intensiv um die Christen kümmern. Aber Jesus hat etwas anderes mit ihm vor. Er muss aufbrechen und die Gemeinde loslassen. Dabei hilft es ihm, sie zu trösten. Dieses Trösten bedeutet in der Bibel ermutigen, aufrichten, zurechthelfen und auch ermahnen. So umfassend trösten kann eigentlich nur Jesus. Er gebraucht dafür Menschen auf ganz verschiedene Weise. Paulus richtet den Blick der Christen auf Jesus. Er ist der Herr der Gemeinde. Er ist da, mitten in ihrem Leben. Durch seinen Heiligen Geist ist Jesus gegenwärtig. Dieser Geist ist der Tröster, der uns an die Worte Jesu erinnert. Wir kommen immer wieder in Situationen, in denen wir loslassen müssen, egal ob es Menschen oder Aufgaben sind, oder sonst irgendetwas vertrautes. Manchmal sind es auch Gemeinden. Ich kann loslassen, wenn ich mich an Jesus wende und ihm alles überlasse. So kann Paulus Ephesus verlassen. Er ist bereit für das Neue, das Jesus mit ihm vorhat.

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