Angedacht

 

Kinder des Lichts

Epheser 5,8-9

Als Kind liebte ich alles, was mit Cowboys und Indianern zu tun hatte. Wenn ich eine Sache aus den alten Westernfilmen gelernt habe, dann dies: Der Held tritt immer auf wie eine Lichtgestalt. Den guten Cowboy erkennt man an seinem hellen Hut. Die Schurken dagegen sind finstere Genossen, und das zeigt sich auch an der dunklen Kleidung. Auf diese Weise kann man auch im dichten Getümmel immer erkennen, wer gerade die Oberhand behält.

Als Lichtgestalten werden oft solche Menschen bezeichnet, die auf besondere Weise aus der Menge herausstechen: Rächer der Armen und Waisen, Kämpfer für Freiheit und Gerechtigkeit, Retter in höchster Not. Natürlich wollte ich als Kind auch so sein wie meine persönlichen Helden. Aber helle Kleidung allein macht ja auch noch keinen Helden aus uns.

Das erinnert mich an eine Zusage, die der Apostel Paulus den Christen in der Gemeinde in Ephesus in seinem Brief schreibt: Christen sind Lichtgestalten. Natürlich sagt er das nicht ganz so, es klingt bei ihm ein wenig anders: „Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Lebt als Kinder des Lichts!“

Damit will Paulus sicher nicht sagen, dass wir aus eigener Kraft leuchtende Helden wären. Wenn wir als Christen Licht ausstrahlen können, dann nur, weil wir mit Jesus verbunden sind. Er ist das Licht der Welt, und wer mit Jesus lebt, der ist im Licht. Christus strahlt uns an, er erleuchtet uns. Darum nennt Paulus die Glaubenden auch „Kinder des Lichts“ und „Licht in dem Herrn“.

Leben ohne Christus ist aus Sicht der Bibel etwas Finsteres. Wo sein Licht nicht leuchtet, da kommt es zu dunklen Machenschaften. Das wird hier in dem ganzen Abschnitt deutlich. Paulus spricht von einem sexuell unmoralischen, schamlosen Leben. Er nennt Habgier, Beleidigungen, Sticheleien und zweideutiges Gerede. Das alles sei nichts anderes als Götzendienst. Denn Götzendienst bedeutet nämlich nicht nur das Anbeten anderer Götter. Die Vergötterung des eigenen Ichs, das die anderen Menschen rücksichtslos ausnutzt, ist auch eine Form von Götzendienst. Das ist Teil der Finsternis, der Gottlosigkeit, und so ein Leben lässt sich mit der Herrschaft Gottes nicht vereinbaren.

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